A
Ablehnung
Die Antwort der MCM Cloud, wenn eine Migrationsinstanz nicht angelegt werden konnte. Die Meldung beschreibt das Symptom und nennt weder das auslösende Feld noch dessen Wert. Sie manuell aufzuklären kann Stunden qualifizierter Arbeit binden, weil die Ursache im Quellsystem gesucht werden muss.
Arbeitsbereich
Der Ort im S/4-Migrationswerkzeug, an dem geladene Migrationsinstanzen zusammenkommen. Dort ändert das Team Werte, ergänzt fehlende Einträge und entfernt Datensätze, die nicht migriert werden sollen, vor der Migration und ohne zwischen mehreren Werkzeugen zu wechseln. So bleibt der Stand jeder Instanz an einer Stelle nachvollziehbar.
B
Batch
Eine Menge von Migrationsinstanzen, die in einem Aufruf geprüft wird. Ein Batch wird nie abgebrochen, weil einzelne Instanzen Probleme haben: Jede Instanz erhält ihr eigenes Ergebnis im immer gleichen Format, was die Anbindung einfach und den Prüfablauf einheitlich hält. Auch abgelehnte Instanzen laufen im selben Durchgang mit.
Befund
Das Ergebnis einer Prüfung für eine einzelne Stelle in einer Instanz. Ein Befund beantwortet vier Fragen: was falsch ist, wo in der Instanz es sitzt, wie schwer es wiegt und welcher Wert dort stehen müsste. Das Format ist für jede Instanz identisch.
Betriebs-Dashboard
Die browserbasierte Oberfläche, in der die Projektleitung die Validierungsaktivität in Echtzeit verfolgt, Ergebnisse und Befunde durchsucht sowie Nutzende und Zugriffe verwaltet. Verarbeitete Mengen und Ergebnisse über die Zeit machen den Fortschritt zum Cutover nachvollziehbar. Zahlen aus mehreren Werkzeugen zusammenzutragen entfällt damit.
C
Cutover
Der Zeitpunkt, an dem der produktive Betrieb auf das neue System übergeht. Cutover-Fenster sind knapp bemessen, weshalb es einen Unterschied macht, ob die Ablehnungsquote vor dem Umstieg sinkt oder erst danach untersucht wird. Wer erst nach dem Umstieg untersucht, verliert genau die Zeit, die das Fenster nicht hat.
D
deterministische Validierung
Eine Prüfung, die für dieselbe Eingabe immer dasselbe Ergebnis liefert, weil sie festen Regeln folgt statt einer Schätzung. Die Prüfung vor der Migration arbeitet so, und jede Schlussfolgerung der KI-Analyse wird nachträglich deterministisch gegen Instanz und Modell verifiziert. Gleiche Eingabe, gleiches Ergebnis, auch Wochen später.
F
Formel
Die Vorschrift, nach der aus Messungen abgeleitete Werte gebildet werden. Formeln gehören zu einem bestimmten Messkonzeptmodell; eine Formel, die für sich genommen gültig ist, kann für diese Messlokation dennoch die falsche sein. Genau solche Fälle sind semantische Fehler. Der richtige Wert lässt sich meist unmittelbar aus dem Modell ableiten.
K
KI-Beobachtungsschicht
Der Teil der Plattform, der jede Validierung auf wiederkehrende Fehlermuster auswertet und daraus Verbesserungen für das deterministische Regelwerk ableitet. Erkannte Muster werden von den MCM-Fachleuten geprüft, bevor eine verfeinerte Regel produktiv wird. So wird das Regelwerk mit jeder Migration besser, und Kunden erhalten stets die bestmögliche Lösung.
Konfidenzbewertung
Die Angabe, wie sicher ein Korrekturvorschlag ist. Sie erlaubt es dem Team zu entscheiden, welche Vorschläge ohne weitere Prüfung übernommen werden können und welche eine fachliche Durchsicht brauchen. Vorschläge ohne ausreichende Konfidenz werden als solche ausgewiesen statt geraten. So bleibt nachvollziehbar, worauf sich eine Übernahme stützt.
Korrekturvorschlag
Der Wert, der nach Prüfung an der beanstandeten Stelle stehen müsste. Jeder Vorschlag trägt eine Konfidenzbewertung. Lässt sich der Wert unmittelbar aus dem Messkonzeptmodell ableiten, weist der Befund das aus; lässt er sich nicht sicher bestimmen, sagt der Befund das ausdrücklich.
M
Mandantenfähigkeit
Die Eigenschaft des Cloud-Service, mehrere Kunden getrennt zu bedienen. Daten, Befunde und Einstellungen jedes Unternehmens sind auf jeder Schicht isoliert, und die Rechenkapazität wird fair verteilt, damit der große Stapel eines Kunden den eines anderen nicht ausbremst. Jeder Kunde sieht ausschließlich seine eigenen Daten.
Marktakteur
Eine am Messkonzept beteiligte Partei, etwa Netzbetreiber, Messstellenbetreiber oder Lieferant. Welche Rollen in einer Instanz vorgesehen sind, ergibt sich aus dem Messkonzeptmodell und der Konstellation. Fehlt ein Marktakteur, lässt sich die vorgesehene Rolle nicht immer aus dem Modell allein ableiten.
Marktlokation (MaLo)
Ein Ort im Energiemarkt, an dem Energie bilanziell entnommen oder eingespeist wird. In einer Migrationsinstanz ist die Marktlokation eines der Elemente, deren Angaben zur Sparte und zu den beteiligten Marktakteuren mit dem Messkonzeptmodell übereinstimmen müssen. Sie ist damit einer der Ansatzpunkte, an denen Ablehnungen entstehen.
MCM Cloud
Die Zielumgebung für Messkonzepte in SAP Cloud for Utilities. Sie nimmt Migrationsinstanzen entgegen und prüft sie. Ist eine Instanz nicht vollständig konsistent, wird sie als Ganzes abgelehnt; die Antwort beschreibt das Symptom und nennt weder das auslösende Feld noch dessen Wert.
Messkonzeptmanagement (MCM)
Der Bereich in SAP, der Messkonzepte verwaltet: welche Marktlokationen, Messlokationen, Messungen, Formeln und Marktakteure zusammengehören und wie sie sich zueinander verhalten. Bei der Migration in die SAP Cloud for Utilities werden diese Zusammenhänge als Migrationsinstanzen übertragen und dort erneut auf Konsistenz geprüft.
Messkonzeptmodell
Das Modell, auf das sich eine Migrationsinstanz bezieht und gegen das sie geprüft wird. Es legt fest, welche Werte für eine bestimmte Sparte und eine bestimmte Konstellation von Marktakteuren vorgesehen sind. Viele Korrekturvorschläge lassen sich unmittelbar aus dem Modell ableiten.
Messlokation (MeLo)
Der Ort, an dem tatsächlich gemessen wird. Eine Messlokation trägt die Messungen und die Formeln, die aus ihnen Werte bilden. Widerspricht ihre Sparte der Marktlokation, auf die sie sich bezieht, ist die Instanz nicht konsistent. Solche Widersprüche gehören zu den häufigsten Ursachen einer Ablehnung.
Messung
Ein einzelner Messwert oder Messkanal innerhalb einer Messlokation, üblicherweise über einen OBIS-Kennzahlencode identifiziert. Messungen sind eines der fünf Elemente, die eine Migrationsinstanz bündelt, und werden bei der Prüfung sowohl strukturell als auch fachlich gegen das Modell abgeglichen. Abweichungen zeigen sich hier oft erst im Zusammenspiel mit der Formel.
Migrationsinstanz
Die Einheit, in der Messkonzepte migriert werden. Eine Instanz bündelt Marktlokationen, Messlokationen, Messungen, Formeln und Marktakteure in einer tief verschachtelten Struktur. Jedes Element muss in sich stimmig sein, zu den übrigen Elementen passen und zum referenzierten Messkonzeptmodell passen. Schon ein einziger abweichender Wert führt zur Ablehnung der gesamten Instanz.
Migrationswelle
Eine Gruppe von Migrationsinstanzen, die gemeinsam migriert wird. Die Größenordnung entscheidet über den Aufwand: Bei 10.000 Instanzen und einer Ablehnungsquote von 2 % ergeben sich rund 200 Untersuchungen, von denen jede Stunden qualifizierter Arbeit binden kann. Diese Rechnung entscheidet, ob ein Cutover-Fenster hält.
P
Private KI
Die Eigenschaft, dass die KI-Analyse innerhalb der Plattform läuft. Keine Anfrage wird an OpenAI, Google oder einen anderen Anbieter weitergegeben, Kundendaten überschreiten die Plattformgrenze für die Inferenz nicht, und Payloads werden verarbeitet, beantwortet und danach nicht gespeichert. Datenschutz folgt damit aus der Architektur, nicht aus einer Zusage.
S
semantischer Fehler
Ein Wert, der jede Formatprüfung besteht und trotzdem falsch ist, weil er nicht zu diesem Modell, dieser Sparte oder dieser Konstellation von Marktakteuren passt. Die meisten Ablehnungen der MCM Cloud gehen auf semantische Fehler zurück, nicht auf fehlende oder falsch typisierte Felder.
Sparte
Die Energieart, auf die sich eine Lokation bezieht, etwa Strom oder Gas. Die Sparte bestimmt mit, welche Formeln und Konstellationen das Messkonzeptmodell vorsieht, und ist damit einer der Werte, an denen sich semantische Widersprüche innerhalb einer Instanz zeigen. Sie wird deshalb bei nahezu jeder Prüfung mit herangezogen.
V
Validierungsintelligenz
Das gepflegte Regelwerk, gegen das Instanzen geprüft werden. Es entsteht aus jahrelanger Migrationserfahrung und wird von den MCM-Fachleuten von Signature Solutions gepflegt, nicht vom Kunden. Kein Regelwerk erreicht die produktive Validierung ohne fachliche Prüfung. Verbesserungen wirken sofort und für alle Kunden, ohne deren Zutun.
Begriffe in der Praxis sehen
In einer Live-Demonstration zeigen wir anhand realer Daten, wie mcm-exellerator Migrationsinstanzen prüft.
Die vollständige Suite für die Migration und den Betrieb von SAP S/4HANA Utilities und der SAP MCM Cloud